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Die Käfer in der Umgebung des Burgberges bei Lahnstein

Professor erklärt Kindern, Eltern und Studenten die heimische Käferwelt.

„Professor, welcher Käfer ist das?“ erklingt es immer wieder von den zahlreich erschienenen, Kindern, aber auch die Studenten von der Universität Koblenz, die an der Exkursion teilnahmen hatten eine Menge Fragen.

Um den Burgberg bei Nassau hatte der Naturpark Nassau zu einer Käferexkursion eingeladen. Exkursionsleiter Prof. Dr. Wagner für Zoologie von der Universität Koblenz gab den über 20 Teilnehmern einen interessanten Einblick in die heimische Käfervielfalt.

Nach einer kurzen Einführung, so sind in Deutschland etwa 6000 bis 7000 verschiedene Arten bekannt, ging es los. Ausgerüstet mit einem Klopfschirm wurden zunächst die Sträucher am Wegesrand abgesucht.

Einige Käfer-Arten aus der Familie der Blattkäfer konnten dort gefunden werden. Auf den Ampfer-Pflanzen wurde beispielsweise der Ampfer-Blattkäfer (Gastrophysa viridula) entdeckt. Bei massenhaftem Auftreten kann dieser beträchtlichen Schaden an diesen Pflanzen anrichten.

Hier konnten auch Große Randwanzen (Coreus marginatus) bei der Paarung beobachtet werden. Wanzen und Käfer weisen Unterschiede auf! Wanzen haben keine Beiß- und Kauwerkzeuge sondern einen Saugrüssel und fliegen mit gekoppelten Vorder- und Hinterflügeln. Käfer fliegen mit den weichen Hinterflügeln und entwickeln sich im Gegensatz zu Wanzen über Larven und Puppen.

Auf einer Weide am Ufer des Mühlbaches wurde der Gefleckte Weidenblattkäfer (Chrysomela vigintipunctata) aufgespürt. Die eigentlich eher seltene Käfer-Art kommt hauptsächlich auf Weiden vor und ist, laut Aussage von Prof. Wagner, „deutlich häufiger“ als sonst zu sehen. Weitere Blattkäfer wie das Rothalsige Getreidehähnchen (Oulema melanopus) aber auch Tiere aus weiteren Käferfamilien wurden erspäht. So zum Beispiel, Schnellkäfer, wie der Mausgraue Schnellkäfer (Agrypnus murinus) oder der Brennessel-Rüssler (Nedyus quadrimaculatus) aus der Familie der Rüsslelkäfer. Mistkäfer, Wollkäfer, Weichkäfer und Zipfelkäfer wurden ebenfalls entdeckt. Aus der Familie der Aaskäfer konnte der Schwarze Schneckenjäger (Phosphuga atrata) ausgemacht werden. Er jagt am Boden Schnecken. Sobald sich die Schnecke in ihrem Gehäuse zurückgezogen hat, steckt er seinen schmalen, abstehenden Kopf in das Gehäuse und sondert ein Sekret ab, das die Schnecken in ihrem eigenen Gehäuse zersetzt und so dem Käfer als Nahrung dient.

Neben Käfern wurden auch Heuschrecken wie die Punktierte Zartschrecke und die Waldgrille gesehen. Auch Federlibellen wurden entdeckt und bei einem kleinen Abstecher direkt an den Mühlbach, konnte auch ein Wasserskorpion aus dem Wasser gefischt werden.

So erklärte der Professor immer wieder anschaulich, welches Tier gefunden wurde und wie es lebt.

Nachdem zum Schluss noch einige Broschüren des Naturparks Nassau verteilt wurden, ging nach rd. 2 Stunden eine interessante und lehrreiche Exkursion zu Ende. Die Kinder zogen danach mit ihren Eltern nochmal selbst los um den gefangenen Wasserskorpion wieder in seiner natürlichen Umgebung freizulassen.

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